Projektübersicht

Beschaffung von Schutzkleidung und Arbeitsgerät für Bienenhalter in zwei Pfarreien der Diözese Njombe

Kategorie: Allgemein
Stichworte: Tansania, Aufbesserung Familieneinkommen, Kleinbauern-Familien, Diözese Njombe, Imkerei
Finanzierungs­zeitraum: 11.11.2019 15:14 Uhr - 10.02.2020 23:59 Uhr
Realisierungs­zeitraum: Januar bis Mai 2020

Worum geht es in diesem Projekt?

Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe.
ln zwei Pfarreien der Diözese haben sich jeweils mehrere Leute, die Bienenhaltung betreiben wollen, zu einer Imkergruppe zusammengefunden. Erste Bienenwohnungen wurden aufgestellt und sind besiedelt.
Für effektiveres Arbeiten, vor allem für die Ernte des Honigs werden Schutzkleidung un Arbeitsgerät benötigt.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Zielgruppe sind Kleinbauernfamilien. Mit den Erträgen aus den kleinen landwirtschaftlichen Parzellen lassen sich z.B. kaum die Schulgebühren für die Kinder bezahlen. Ein kleines Zusatzeinkommen aus der Bienenhaltung würde den finanziellen Spielraum der Familien erweitern. Höhere Ausgaben für eine bessere Ausbildung der Kinder und für die Gesundheit der Familie wären möglich.
Die Gruppen bestehen aus Frauen und Männern.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Bienenhonig wird als Lebens- und Heilmittel hoch geschätzt und hat einen stabilen Preis, auch in ländlichen Regionen..
Mit guten Arbeitsgeräten und angepasster Ausrüstung lässt sich die Qualität des Honigs und somit dessen Absatzmöglichkeit verbessern.
Mit Erträgen aus der Landwirtschaft allein lassen sich keine großen Sprünge machen. Gleichartige Produkte (hauptsächlich Mais, Maniok, Bohnen), marktferne Lage und die Abhängigkeit vom Zwischenhandel (Transporteur) drücken die erzielbaren Preise. Zwar sind mit Bewässerung, z.B. im Gemüsebau, mehrere Ernten im Jahr möglich, aber die Ausgangslage verbessert sich dadurch kaum.
Eines der vielen Grundprobleme besteht darin, dass Kleinbauern kaum zusammenarbeiten. Zu schwer wiegen die negativen Erfahrungen aus der Zeit der Zwangszusammenschlüsse; "Cooperative" (Genossenschaft) ist bis heute ein Un-Wort. Immerhin sind lokal und in bestimmten Feldern wieder Anfänge von Zusammenschlüssen zu beobachten, oft unter Frauen. Die Bildung der beiden Imkergruppen könnte ein weiterer Schritt auf diesem steinigen Weg sein.
Änderung von gesellschaftlichen Strukturen und Normen braucht Zeit. Auch wenn sie langsam vorankommen: Wichtig ist, dass es diese Prozesse gibt. Rad- oder motorradfahrende Frauen: Vor zwanzig Jahren undenkbar, heute ein immer häufiger zu sehendes Bild, auch auf dem Land.

Die nun beginnende Imkerei orientiert sich an traditionellen Formen: Leere Bienenwohnungen einfachster Art werden im Busch aufgehängt und mit Bienenwachs als Schwamköder versehen. In den Schwarmzeiten (2 Mal im Jahr) werden die meisten dieser Bienenwohnungen besiedelt. Je nach Stärke der eingezogenen Völker kann man nach einer gewissen Zeit Honig entnehmen, meist zwei Mal im Jahr.
Da die Bienenwohnungen nicht mit beweglichen Rähmchen versehen sind, errichten die Bienen Naturwabenbau. Die geernteten Waben werden, erwärmt durch die Sonne, in einen Eimer austropfen lassen. Die hygienischen Umstände sind rudimentär, das so gewonnene Produkt Honig lässt zu wünschen übrig, ist aber gleichwohl begehrt.
Der Ansatz, von Anfang an mit Kästen, beweglichen Rähmchen und Schleuder zu arbeiten, wurde, obwohl sicher bienenschonender und nachhaltiger, zugunsten der lokal üblichen Arbeitsweise zurückgestellt. Im Laufe der Begleitung ist es vielleicht möglich, die Vorteile modernerer Betriebsweisen zu vermitteln.

In einem Umfeld, das mit Ressourcen- und Artenschwund ähnlich wie Mitteleuropa zu kämpfen hat, wäre ein Umdenken dringend nötig. Alte Gewissheiten schwinden: In manchen Landesteilen fällt die Besiedelungsrate von aufgestellten Bienenwohnungen merklich. Der Wald schrumpft und mit ihm die Grundlage für frei lebende Bienenvölker.
Wichtig ist also, dass ein Anfang gemacht wird und eine Grundlage geschaffen ist, mit den Menschen im Gespräch zu bleiben.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Für jede der beiden Gruppen sollen zwei bis drei Schutzanzüge, ein Smoker, Besen, Honigeimer und Siebe beschafft werden.
Gute Schutzkleidung ermöglicht eine entspannteres und sorgfältigeres Arbeiten an den Bienen. Die Bienen werden geschont, verbleiben an Ort und Stelle und produzieren weiter.
Für den Fall der Überfinanzierung können weitere Gruppen in der Diözese gefördert werden.

Wer steht hinter dem Projekt?

Seitens der Diözese Njombe ist Father Yohannes Kaluwa, Diözesanpriester, zuständig.
Die Diözese Njombe und eine der beiden Pfarreien wurden vom Antragsteller im Oktober 2018 im Rahmen eines Beratungsauftrages als Senior Experte (SES, Bonn) besucht. Die Bienenhaltung an den besuchten Orten bietet ausreichend Aussicht auf Erfolg.
Besonderer Dank gebührt dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor e. V., Aachen. Misereor hat sich bereiterklärt, bei diesem Projekt eine tragende treuhänderische Rolle als der gemeinnützige Partner zu übernehmen. Insbesondere werden auch alle Zahlungen über Misereor an die Diözese Njombe geleistet.

Projekt-ID: 12655

Projektupdates

19.11.19

Bienenhaltung Njombe/Tansania